Anlagenkonzept

 

In meinem modellbahnerischen Schaffen haben es mir die scheinbar unbedeutenden Bahnstrecken angetan, die relativ unbeachtet Zubringerdienste für die Hauptstrecken oder für wichtige Nebenstrecken leisten. Besonders die Kleinbahnen stehen dabei für mich im Mittelpunkt des Interesses. Vor über 20 Jahren bekam ich per Zufall eine Schrift über die Kleinbahn Rathenow-Senzke-Nauen ( RSN ) in die Hände. Damals war ich begeistert von der “Selketalbahn" im Ostharz. Die kleine unscheinbare 750 mm - Schmalspurbahn in der Nähe von Berlin begann mich trotzdem zu fesseln. Inzwischen weiß ich über diese und andere Schmalspurbahnen im Osten Deutschland fast alles, was bekannt ist. Es gibt weitere interessante und reizvolle Strecken, doch die RSN übt noch immer einen besonderen Reiz auf mich aus. Daher orientierte ich mich bei den ersten Plänen für meine 0e - Anlage an dieser Bahn. Später kamen Anregungen von den Schmalspurbahnen in der Prignitz und in Westpreußen dazu. Mein Interesse hat sich inzwischen auf Schmalspurbahnen konzentriert, die vorrangig für den Bedarf der Landwirtschaft im Nordosten Deutschlands gebaut wurden. Anregungen aus den Büchern über die Schmalspurbahnen in der Prignitz, bei Greifswald, bei Demmin und in Westpreußen habe ich zu einem Konzept für meine Eisenbahn zusammengefaßt.

Die wichtigsten Punkte sind:

- wegen knapper Finanzen sind Bau und Betrieb so billig wie möglich zu gestalten

- Güterverkehr hat Vorrang vor Personenverkehr

Die Löderberger Kreisbahn dient vor allem dem Transport landwirtschaftlicher Güter zum nächsten Staatsbahnhof. Sie führt durch dünn besiedeltes Flachland, welches intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Gute Böden bringen reiche Erträge, sodaß in der Erntezeit starker Verkehr herrscht. Vor allem Zuckerrüben und Kartoffeln werden hier angebaut. Mit der Kleinbahn kommen wichtige Güter in die Dörfer entlang der Bahn. Dünger, Bau- und Brennstoffe aber auch Stückgut für den Bedarf der Bevölkerung werden transportiert. Der Personenverkehr ist gering. Nur zu den Markttagen sind die Personenwagen gut besetzt. Außerhalb der Erntezeit genügen gemischte Züge, als GmP gefahren. Während der Ernte verkehren zahlreiche Sondergüterzüge. Dann sind allerdings die kleinen zweifach gekuppelten Dampfloks auch überfordert, die außerhalb der Erntesaison im Einsatz sind. Gefahren wird auf relativ leichtem Oberbau. Die Schienen sind von der einfachsten Art und liegen auf Kiefernschwellen in Kiesbettung. Daher ist die zulässige Achslast auf 6 t beschränkt. Die Fahrzeuge wurden überall da erworben, wo sie billig zu haben waren. So kommt ein rechtes Sammelsurium von Ladenhütern, gebrauchten oder in eigener Werkstatt erbauten Betriebsmitteln zustande. Es gibt keine durchgehende Bremse. Ein Teil der Wagen ist handgebremst. Gebremst wird mit der Wurfhebelbremse der Loks. Die Handbremsen werden aber nur bei langen Zügen besetzt.